Larke La - 01

 

Der schönste Teil der Wanderung im Gebiet des Manaslu ist sicher der Aufstieg durch den subtropischen Bereich - beginnend bei Soti Khola - und dann über 3.000 m bei Sama Gaon, wo sich das Tal geweitet hat, bis nach Samdo. Dort sollte man eigentlich Schluß machen. Doch der Rückweg ist lang und viele wollen ja unbedingt über den Larke La gehen. Nicht wegen der besonderen Schönheit der Gegend, sondern weil es ein technisch leichter Fünftausender ist.

Also gehen wir eben auch über diesen Hügel hinüber ins Anapurna-Gebiet. Der Zugang von  Der Zugang von Samdo bietet schöne Ausblicke. Nach 4 Stunden hat man Larke Phedi (4.460 m) erreicht. Kein Platz zum Verweilen, nur eine Touristenbleibe für die Nacht

Ich lade den Rucksack ab. Bishnu und zwei andere nette Guides haben für uns 4 (Isabelle und Alex aus Lissabon und Simon oben aus der Gegend bei Dortmund) einen Schlafplatz besorgt. Da man in Larke Phedi absolut nichts machen kann - höchstens etwas Müll wegräumen - steige ich noch auf dem morgigen Weg 200 Hm auf, in der Hoffnung auf einen schönen Ausblick. War aber nichts. Das Wetter wird schlechter. Es beginnt leicht zu regner, also weiter oben Schneefall.

Wir brechen kurz nach 4 Uhr auf. Es hat geschneit. Nach etwa 1,5 Stunden lichtet sich der Himmel etwas und es wird hell. Nicht besonders beeindruckend. Über und durch Blockgestein geht es den anderen Fußspuren nach. Bei 5.000 m nimmt mir Bishnu auch noch meinen Rucksack ab - die 7 kg weniger “beflügeln”. Es zieht sich auch nach dem Paß noch verdammt lang hin.

Ein seltsames Erlebnis: Beim Abstieg liegt ein etwa cm großer Stein direkt im Weg. Ein Fußtritt und er liegt 2 m weiter aber auch wieder genau im Weg. Na ja, ich steige darüber, einen Meter weiter rutsche ich aus und schlage mit dem Kopf / Oberkiefer genau auf diesen (!) Stein. Isabelle meinte: “He was angry” was man mit “der war beleidigt” übersetzen würde. Da hatte sie sicher recht.

Bei dem Weiler Dangboche Kharka machen wir eine gute halbe Stunde rast, Danach weiter Abstieg nach Bimthang. Insgesamt waren wir wegen der nicht gerade idealen Bedingungen 12 Stunden unterwegs.

 

Larke La - 02

Die roten Dächer sind das heutige Ziel. Man sieht schon von weiten die gewaltigen Moränen. Unser Weg morgen zieht sich hinter dem Camp nach rechts auf der Seitenmoräne hin.

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In Bimthang steuerte ich gleich das erste Guesthouse an - ich wollte einen Room with attached bathroom haben. Hatte ich. Aber es gab kein warmes Wasser und auch kein WLan, da der Strom fehlte. Ich hatte zwar nach WLan gefragt und die Auskunft: Man habe es. Was keiner gesagt hatte, der Strom fehlte schon seit Tagen.

Bimthang -a  3

Am nächsten Morgen: Gegen 8 Uhr krabbelte ich aus dem Schlafsack, Bishnu sagte mir sofort, dass Simon um 7 Uhr schon dagewesen sei, um sich zu verabschieden (er mußte schnell nach Katmandu zurück) er würde um 9 Uhr nochmal kommen. Gegen 9 Uhr kamen dann alle - auch die beiden Guides der Anderen, um sich zu verabschieden und - welche Überraschung - Alex und Isabell brachten gleich Verbandszeug, Desinfektionsmittel, Spritzen, ...  mit, damit ich meine Wunde von gestrigen Sturz ordentlich versorgen könne. Beide arbeiten beim Medical Rescue Sevice in Lissabon. Das war ja sehr lieb, aber ich hatte das Thema schon mental als erledigt abgelegt. Also noch zwei Gruppenfotos in beide Himmelsrichtungen.

Bimthang -a  1

Oben: Von dort kamen wir . Unten: Dort hinunter würde es heute gehen.

Eigentlich wollte ich in Bimthang zwei Tage bleiben. Aber was kann man da machen? Über die Seitenmoräne kraxeln und zwei bis drei Stunden aufwärts in Richtung Gletscher laufen? Bitte, das haben wir im Kaunertal besser - auf jeden Fall bequemer. Und wenn es gegen 11 Uhr wieder zuziehen würde? Dann ist es sehr ungemütlich hier auf 3.400 m. Da ich sowieso wesentlich schneller als vorgesehen unterwegs war, hatte ich schon erwogen, einen Abstecher nach Manang ins Anapurna-Gebiet zu machen. Da waren wir 1998.  Alex und Isabella hatten den Gedanken, von Dharapani (dort kommen die beiden Routen zusammen) mit Fahrzeug nach Manang zu fahren. Überlegenswert.

Und so ergab sich, dass wir am späten Nachmittag wieder in Dharapani zusammentrafen. Die Angebote mit Pickup hinten drauf mit 15 anderen Einheimischen und Trekkern und dann auch noch für die etwa 45 km 55 € bezahlen,  lehnten wir dankend ab. Außerdem, 45 km und etwa 5 - 6 Stunden: Wir würden in der Dunkelheit fahren. Also schlug ich vor: Wir übernachten in dem Guesthouse am Fluß - hatte ich bei der Überquerung des Tales gesehen - und starten morgen bei Tageslicht.

Und so ist es dann auch gelaufen. Es wurde ein Anschauungsbeispiel, wie um des Geschäftes Willen einst schöne Landschaften zerstört werden. 

 

Link zur Tour nach Manang - Trip to Manang

 

  ©  Guenter Knoblauch